fressen statt gefressen werden

29/09/2011

zwei, wenn auch kaum mehr als diesseitig zu bezeichnende, lebende ungeheuer haben gestern in meiner küche logiert. mein schatz hat ein lethargisches krabbenduo aus dem tiefkühlfach unseres indischen supermarkts gerettet und ihnen für die letzten zehn minuten ihres daseins ein warmes salzwasserbad bereitet. dann wurden sie kopf voran in den kochtopf überstellt und in einer karibischen chili-paradeis-sauce begraben.

das einzig tragische daran war: sie haben nicht gut geschmeckt.

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darwin, geh scheißen

12/05/2011

liebe insekten,

als nächste evolutionäre maßnahme würde ich selbsterhaltungstrieb vorschlagen. wenn an einem ort schon fünfzig von euch erschlagen liegen, sollte die einundfünfzigste ihr glück woanders suchen.

wie kann man mit einem derartigen mangel derart erfolgreich und global dominant sein?

luftratzen

08/05/2011

großstädterinnen demonstrieren serienmäßig ins völlig absurde abgedriftete tierliebe. einerseits durch fashionvegetarismus, jeder religiösen oder gesundheitlichen grundlage entbehrend* – meist aus dem stadtpflanzenschock heraus, dass das schnitzel doch nicht in der plastiktasse im supermarkt wächst -, andererseits durch von mir mittlerweile mehrmals beobachtetes furioses, zweckentfremdetes taubenfüttern.

da gehen doch tatsächlich, vorwiegend frauen, bewaffnet mit einem sackerl voll brot durch den park, leeren es an einer strategisch günstigen stelle aus und verschwinden blitzschnell in der unwichtigkeit zu verschwinden. was ist aus der tradition der einsamkeit geworden, die pensionisten und tauben in eine schicksalsgemeinschaft mit gegenseitigem nutzen zusammengewürfelt hat, brot für die einen, spiele für die anderen? ist heutzutage für die leute sogar taubenfüttern ein termin?


*nicht, dass ich religiösen oder gesundheitlichen vegetarismus besser finden würde, aber ich mag es lieber, die leut argumentieren wenigstens in irgendeiner nachvollziehbaren linie. „stell dir vor, das ist eine leiche!“, zieht bei mir nicht als erkenntnis.

multitasking

01/05/2011

in den händen strickzeug, im ohr den mp3-player mit einer vorlesung „the history of islam in africa“, mit dem fuß den kinderwagen schaukelnd, ein auge auf der tageszeitung.
das soll mir einmal einer von diesen 500.000-euro-im-jahr-plus-boni-rektalaffen nachmachen.

hamsterzwang

26/04/2011

eine kleine osteranektote*:

dieses jahr hat meine mutter uns mit der eröffnung beglückt, ein lorbeerbäumchen zwischen den knien als sechsten mitfahrer für die zweistündige autofahrt bestimmt zu haben**. aufmunternderweise mit den worten „die oma lässt eh alles eingehen.“ sinn: null, aber ein anerkennungspunkt für originalität.

besagte oma kommt bald darauf ebenfalls in heimischen gefielden an, glänzende lorbeerblätter aus dem garten ihrer jüngsten tochter in einem feinsäuberlichen sackerl verwahrt, dass sie beim einreiten triumphierend in der linken schwenkt.
überflüssig, zu sagen, dass die nächste ankommende fast schon beiläufig ein büschel loorbeerblätter mit den worten „ich hab dir was mitgebracht“ in die küche legt.

wenigstens hat die vierte tochter davon abgesehen, das dramulett zu verkomplettieren, wenigstens diesmal. vielleicht, weil sie am nächsten wohnt und weiss, dass in der gegend lorbeer zu haben ist, vielleicht war es zufall.
vielleicht war sie durch übergrübelungen abgelenkt, was nächstes jahr zu ostern ganz dringend nicht gebraucht und daher in größeren mengen angeschafft werden könnte.


*ich würde mir tunlichst nicht erlauben, meine familie als eigen oder gar schrullig darzustellen, schon allein weil ich noch lange suchen werde, bis ich eine finde, die man nicht dessen zeihen kann. also berichte ich wertfrei.

**selbige hat auch durchaus schon erdäfel aus der großen stadt in ihre schöne, grüne und ausgesprochen ländliche heimat mitgenommen. wir sind an derartiges gewöhnt.

kinder und inder

16/04/2011

wir haben zu wenig kinder.
das kollektiv österreich krankt schon seit längerem, wie auch diverse brüder- und schwesterländer, am mangelnden brutpflegeinteresse. das wird uns noch sehr bald vor sehr große demographische probleme stellen. dabei fallen mir gleich zwei mögliche lösungsansätze ein, die noch dazu – trommelwirbel – gleichzeitig anwendbar wären.

nummer eins: immigration.

nummer zwei: aufhebung idiotischer gesetze, die offen homosexuellen menschen verunmöglichen, eigene kinder zu haben.

interessanterweise lehnen jene politischen kanalräumer, die immer am lautstarksten um eine erhöhung der wurfquote brüllen, beide obengenannten lösungsansätze ab.

warum?

amen, ich sage euch

10/04/2011

das toben, geifern und schäumen habe ich in diesem blog ja sozusagen zur kunst hochpostuliert. manche psychosenschleudern entziehen sich aber meiner aufnahmekapazität um mehrere erdumfänge.

eine parabel: ich brauche mich im proletarischen meidling der 2010er nicht davor fürchten, von einem 350kg tresor mit spanischen golddublonen gefüllt vertikal aus dem leben geschossen zu werden. stattdessen sollte ich beim spazierengehen auf die mordinstrumente wesendlich akuterer provenienz beherbergende straße schauen.

gleichfalls betrifft es weder meinen leib, mein leben, noch meine wie auch immer geartete seele, wenn der nachbar mit einem mann ins bett steigt oder die bipa-verkäuferin eine österreicherin mit türkischem oder schwedischem migrationshintergrund ist. und dass es meinen imaginären freund stört, wenn oder ob jemand an einen anderen imaginären freund glaubt, wärend in meiner stadt, in meinem land, auf meinem planeten unausgesetzt sauereien passieren, gegen die sämtliche imaginäre freunde offenbar nichts ausrichten, sei es können oder wollen, das möchte ich bitte endlich hinreichend einleuchtrnd argumentiert sehen. scheißfanatiker.

word of the day X

05/04/2011

~ raznolíkost ~

genetische und onomastische diversität sind privilegien der urbanen zentren. ebenso verständnis für und wertschätzung derselben.

ernsthaft: ist in kärnten wirklich nichts bedenkliches im grundwasser?

taschenverbot!

04/04/2011

ich hab absolutes taschenverbot!
folgendes dilemma hat sich in den letzten tagen manifestiert, es gebietet mir allerdings, ein bisschen auszuholen:
um meine wollsucht (sowohl der kauf derselben als auch das etwas unstete verarbeitungstempo betreffend) wieder auf den rechten weg zurück zu pfeifen, habe ich mir auferlegt, erst sämtliche offene projekte (es waren derer um die acht) ihrer vollendung zuzuführen, bevor ich mich wieder neuen ideen widmen darf. ein grundguter vorsatz, eines der ergebnisse ist unter anderen eine entzückende ergänzung meiner art doll collection in form einer gothic french maid-puppe. fetisch ahoi.

20110404-203849.jpg

[bildqualität à la ipod]

jedoch gute und böse erkenntnisse jagen sich gern gegenseitig den rang ab. ich mache zu viele taschen! ich brauch den krempel ja nicht einmal. taschen sind zudem immer ein verlegenheitsprodukt, entstehen aus wolle, die zu kratzig zum tuchstricken, zu bunt für accessoires und zu wenig für alles andere ist. und ich hab sie trotzdem gekauft. zu meinem leidwesen werden die taschen dann auch noch recht passabel, nur beim futternähen reitet dann wieder der pfusch derart ins feld, dass ich mich nicht traue, sie auch nur verstohlen auf ebay zu stellen. tragisch. dabei kann ich eigentlich mit nadel und faden leidlich umgehen. und so sammeln sich bei mir täschchen, clutches, wristlets und satchels an, „zum verschenken“, aber wem schenkt man schon ein handgemachtes täschchen? also: taschenverbot! unbarmherzig!

brzzl

01/04/2011

ich bin ja eher tief im gesellschaftsliberalen ende des grünen spektrums anzutreffen, aber bei der superkatastrophe marke tepco mache ich mir naturgemäß auch so meine gedanken. es muss doch wirklich ungefährlichere methoden geben, wasser zum kochen zu bringen. und es muss doch auch wirklich andere methoden geben, als wasser zu kochen.
natürlich wird man bei jeglicher öko-strom-ideenäußerung sofort, ohne umschweife und mit lobbyistischem nachdruck darauf hingewiesen, dass dieselbe eben nicht ausreicht, um ein modernes land mit energie zu versorgen.
gut. von mir aus. aber.
was wär mit einem trafo am kinderwagen, der mir bei meinen täglich-zwei-stunden-ausflügen ipod oder handy läd? einem hometrainer, der den fernseher oder den geschirrspühler speist. sonnenkollektoren am hausdach für die waschküche?

reicht natürlich alles nicht für das gesamte leben, aber muss es auch nicht. ein bisschen wind/erdwärme/gezeiten/gas/kohle/wasser/hamsterlaufräder brauchen wir dann immer noch. und die industrie frisst ja eigentlich den großteil auf, nicht die privathaushalte. aber einen anfang wärs wert.

fun fact am rande:
die ehemalige schwarzblaue reichsschüssel arbeitet mittlerweile als lobbyist für die deutsche atommafia.