hamsterzwang

eine kleine osteranektote*:

dieses jahr hat meine mutter uns mit der eröffnung beglückt, ein lorbeerbäumchen zwischen den knien als sechsten mitfahrer für die zweistündige autofahrt bestimmt zu haben**. aufmunternderweise mit den worten “die oma lässt eh alles eingehen.” sinn: null, aber ein anerkennungspunkt für originalität.

besagte oma kommt bald darauf ebenfalls in heimischen gefielden an, glänzende lorbeerblätter aus dem garten ihrer jüngsten tochter in einem feinsäuberlichen sackerl verwahrt, dass sie beim einreiten triumphierend in der linken schwenkt.
überflüssig, zu sagen, dass die nächste ankommende fast schon beiläufig ein büschel loorbeerblätter mit den worten “ich hab dir was mitgebracht” in die küche legt.

wenigstens hat die vierte tochter davon abgesehen, das dramulett zu verkomplettieren, wenigstens diesmal. vielleicht, weil sie am nächsten wohnt und weiss, dass in der gegend lorbeer zu haben ist, vielleicht war es zufall.
vielleicht war sie durch übergrübelungen abgelenkt, was nächstes jahr zu ostern ganz dringend nicht gebraucht und daher in größeren mengen angeschafft werden könnte.


*ich würde mir tunlichst nicht erlauben, meine familie als eigen oder gar schrullig darzustellen, schon allein weil ich noch lange suchen werde, bis ich eine finde, die man nicht dessen zeihen kann. also berichte ich wertfrei.

**selbige hat auch durchaus schon erdäfel aus der großen stadt in ihre schöne, grüne und ausgesprochen ländliche heimat mitgenommen. wir sind an derartiges gewöhnt.

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