16/10/2009 von tryphina
völlig im rausch und auf unberechenbaren körpereigenen drogen verbringe ich aktuell meine zeit, heute war der endgültige geldtransfer von a nach b, nicht im schwarzen köfferchen, wie anderorts diskutiert, sondern prosaisch per erlagschein. jetzt gehört sie uns – oder besser gesagt, meinem schatz. schmerzlich der moment, in dem er den sechstelligen betrag von seinem konto flattern gesehen hat, davon hab ich zeugnis.
wohlan! jetzt kommt furchtbare und furchtbar viel arbeit auf uns zu, für die wir nicht ausgebildet und zu ungleichem maße geeignet sind. aber ich hab den durchaus wohligen eindruck, mir mit meinen lausigen handwerkskünsten (die in der hauptsache aus der überzeugung ‘des moch ma scho … irgendwie’ bestehen) das wohnrecht in den neuen wänden sorglich zu verdienen.
also schmalz statt geist. braucht ma auch ab und zu.
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30/09/2009 von tryphina
unglaublich. nachdem ich die letzten tage zwischen kräutertee und bett (ja, krank. und ich hasse es, untätig zu sein) furios an homepage und strickanleitungen gefeilt habe, ist mir heute nacht dafür offenbar die dunkle seite der kunst ins halbbewusstsein gestiegen: da hab ich doch tatsächlich geträumt, dass ich mir auf die rechte schulter ein strickmaxl (!) tätowieren habe lassen, dass einen strichmaxlhund spazieren führt (!!!). und das wirklich bedenkliche ist: ca. ein drittel des traumes habe ich das avandgardistisch cool gefunden, bevor mir gedämmert ist, dass das eine saublöde, entstellende und lächerliche idee war.
ich denke, das ist das zeichen, dass ich zur wahrung meiner geistigen gesundheit schleunigst wieder ins büro gehen sollte.
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04/09/2009 von tryphina
in meiner funktion als strohwitwe dieses wochenende habe ich mir seit jahrzehnten wieder einmal walt disney’s „peter pan“ angeschaut. mein resumée: peter pan schaut zwar aus wie link von „legend of zelda“, ist aber nicht annähernd so sympathisch. wendy („die nicht erwachsen werden will“, ähäm) führt sich auf wie eine achtfache mutter in den 1830ern. die assistenz der geschäftsleitung beim captain hook schaut aus wie der zwerg doc in der ebenfalls von disney verbrochenen schneewittchen-fassung. und tinkerbell ist eine unglaublich blöde proletenschlampe. zudem sind alle weiber auf einander eifersüchtig, die „indianer“-darstellung ist rassistisch, die nixen sind mordlüsternd und neverland ist eine bedrohliche vision, die jederzeit ins alptraumhafte kippen kann.
ich denke, morgen nehme ich mir „dumbo“ vor. oder „bambi“, der war auch recht scheußlich, soweit ich mich erinnern kann.
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26/08/2009 von tryphina
…
konfliktseminar. zwei tage aueinandersetzung mit methoden, dominanzen, situationen, subjekten und gegnern. jetzt weiß ich, dass ich vor einem jahr noch ein unangenehmer mensch war, aber viele fortschritte gemacht hab (!). jetzt weiß ich, dass ich einige methoden in gruppenseminaren für sinnlosen ‘red-ma-drüber’-ballast halte, die in konkreten situationen keine anwendungschance vorstellen. jetzt weiß ich, dass mundhalten mir manchmal fast schmerzen bereitet. jetzt weiß ich, dass es mich ärgert, wenn psychologen nach rollenspielen in der analyse person und vorgegebene rolle nicht auseinanderhalten können (das ERSTE, was man beim pen-and-paper rpg lernt).
so. reichts?
‘a big fat waste of my time’ war es aber, im gegensatz zu machen anderen seminaren, sicher nicht. aber wie weit ich mich noch öfter in videoanalysen zerpflücken und mit von mir zum teil durchschauten kinderpsychologentricks aufmachen lasse, das mach ich dann doch in weiterer folge von meiner aktuellen grundstimmung abhängig.
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22/08/2009 von tryphina
mode ist eine flüchtige und wankelmütige herrin, die zum glück nur selten ihre zweifelhafte macht über mich ausübt. ich bin eher die geborene beobachterin und kommentatorin – ja oft und ehrlich waschweiberisch dem ausrichten zugetan. auf die gefahr mich zu wiederholen: jeden sommertag in der früh sehe ich unzählige frauen, junge und nicht so junge, große und kleine, dünne, üppige, dicke, langbeinige, langhaarige, alles und in jeder kombination. dass die meisten menschen weder ein ausgeprägtes stylingverständnis haben, noch einen definitiven hang zur vermeidbaren hässlichkeit ist ein angenehmer teil des alltags.
manche damen fallen mir aber schon wieder trotz potential unangenehm auf: anständig proportioniert, konventionell hübsch, schwarzes kleidchen, passende handtasche, flip-flops. flip-flops? nichts haut ein sorgfältig zusammengestelltes outfit dergestalt zusammen wie die wahl des falschen schuhwerks. bitte!! high-heels, 50er-jahre-pums, martens, stiefletten, barfuß …. alles, nur keine flachen sandalen, balerinas oder crocs. buha. seids froh, dass ihr die beine für kurze röcke habts und kleidets euch entsprechend, verdammt!
also lehne ich mich enttäuscht in meinen u-bahn sitz zurück und hoffe auf einen regnerischen herbst.
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15/08/2009 von tryphina
manchmal komm ich mir schön blöd vor:
meine haare färben aus, meine frischen tätowierungen blättern, ich hab einen dippel auf der nase, ein arthritisches knie und fieberblasen.
ich kann nicht sitzen, nicht liegen, darf nicht küssen, baden oder in die sonne gehen, nicht zuviel make up verwenden, mich nicht am bauch oder auf der schulter kratzen.
ich glaub ich werd viel stricken heute, vielleicht geht sich noch eine sehnenscheidenentzündung aus, bevor meine lippen wieder verheilt sind.
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13/08/2009 von tryphina
~ anach ~
ich halte vielfalt – aus wissenschaftlichen wie aus persönlichen gründen – für eine grundlegende frechheit, die es im sinne der lebensfreude unbedingt aufrechzuerhalten gilt. das betrifft nicht ausschließlich, aber besonders die sprachliche. ‘anach, anach, …. ‘ ist laut meiner steirischen großmutter ein stoßseufzer von frauen, die bereits in ihrer jugend, also anfang des 20. jahrhunderts, als biblisch alt gegolten haben. offenbar ähnlich verwendet wie das von den pratchetts genialem geiste entsprungenen nac macfeegle* eingesetzte ‘oh waily waily waily’. also wenn einem das kreuz weh tut, zum beispiel. oder sonst ein unglück passiert ist, das es theatralisch zu kommentieren gilt.
solch archaische und heutzutage unverständliche ausrufe darf man nicht in vergessenheit versinken lassen! auf, sucht in den schubladen der sprachen eurer großeltern, durchforstet die dachböden der familienerinnerung, bringt sie ans licht, die phrasen, die keiner mehr versteht und verwendet sie, unaufgefordert, aber im richtigen kontext, im täglichen leben! denn jeder, der sie hört, ist furchtbar irritiert und hat gleich wieder was gelernt.
*lords and ladies. a hat full of sky. wintersmith. lesen. jetzt.
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10/08/2009 von tryphina
normalerweise überlasse ich das strickblog führen ja uinda. aber heut hat es mich doch zu sehr gefuchst.

ich bin im urlaub auch der noro-faszination anheimgefallen und da ich genaugenommen keine verwendung für handgefärbte und daher ihrem wesen nach tendenziell bunte wolle hab*, bin ich nach reiflicher überlegung zu dem ergebnis gekommen, eine tasche in dem von mir seltsamerweise sehr geschätzen schildkrötenmuster zu designen, nach erfolgreichen ersten ergebnissen durchaus mit dem hintergedanken, den fahrplan für dieses kleine aber feine stück in glücklicher zukunft eventuell auf ravelry veröffentlicht zu sehen.
zu meinem entsetzen muss ich aber heute feststellen, dass ein weitgehendst meiner inspiration entsprechendes objekt samt dazugehöriger anleitung bereits in den weiten der besten strick-community aller zeiten vorhanden ist. schildkrötenmuster, noro, gefilzt. mein entwurf ist zwar schöner, origineller, komplizierter, inspirierter und außerdem nicht der gier entsprungen, 8$ für die anweisungen zu einer recht simplen tasche zu verlangen. aber was auch immer ich jetzt mit meiner kleinen spielerei tue, es wird – ja, kann – nur als abklatsch eines pay downloads gewertet werden.
ist originalität immer noch original, wenn die schaffende das konkurrenzmodell nicht gekannt hat? spielt das im objektiven sinn eine rolle?
ich werde eine im muster weitaus komplizierte, runde form entwerfen. aber es wurmt mich trotzdem.
*außer es handelt ich um baumwolle, die zu übermäßig herzigen tierchen und geschenkchen und sonstigen diminuitiven verarbeitet werden mag – wofür sich wolle um mehr als 10 euro pro einheit nicht großspurig eignet.
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07/08/2009 von tryphina
hui, mein biochemischer zustand ist momentan eher auf der interessanten seite anzusiedeln. nein, ich habe es nicht nötig, mich designerdrogen oder extremsport hinzugeben – ich tausche mein geld auf andere weise gegen kicks ein:
ich bin frisch tätowiert. großflächig. schwarz. und ja, es hat weh getan. aber der endorphinschock ist sein geld wert und bald kann ich auch wieder am bauch liegen.
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04/08/2009 von tryphina
ich bin in unregelmäßigen abständen allen heiligen dankbar, dass ich kein auto habe. natürlich ist das ein symptom der wohlstandsverwarlosung einer diretissima vom semesterticket in die vom arbeitsplatz subventionierte jahreskarte überführten großstadtkatze.
nichtsdestotrotz:
heute holt mich mein schatz selten motorisiert (eltern auf urlaub, auto frei) von der arbeit ab. heimweg – 17:00 – gürtel. muss ich noch was sagen?
was mich, insbesondere in der mir von meinem vater attributierten funktion als verkehrspolizistin, durchaus regelmäßig zum purpurschäumenden rotlauf treibt, ist die tatsache, dass 90% der motorisierten verkehrsteilnehmer der ansicht sind, ein *stau* lässt sich durch *lautes hupen* schnell, magisch und nachhaltig auflösen.
gut, dass ich so gscheit bin, dass sie mich studieren gschickt haben und nicht auf die polizeischule, sonst wär ein haufen blöder sauproleten heut knapp bei kasse.
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